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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Es wird Sommer. Laue Lüftchen, warme Abende, Sonne, Licht; Begegnungen im Biergarten oder auf der Terrasse – ohne Jacke und ohne Maske mit fröhlichen, unbeschwerten Gesprächen… die Gedanken schweifen lassen und die Seele baumeln…

Stopp! Meldet sich diese da zu Wort. Und was ist mit all den Krisen auf der Welt? Den Katastrophen nah und fern? Ach Seele, was sollen wir denn machen? Wie Frieden stiften (wie es im Matthäusevangelium heißt), wenn einer das nicht will und der sich an keinerlei Regeln hält – nicht einmal an die, die für einen Krieg vereinbart wurden (erstaunlich, dass es so etwas überhaupt gibt – habe ich auch erst dieser Tage gelernt)? Wie die Klimakrise überwinden, wenn wir doch gerade bitter erfahren wie angewiesen wir sind auf die fossilen Rohstoffe, dass wir ganz offenbar den Ausbau der erneuerbaren Energien verschlafen haben – weltweit (was im Übrigen ja wohl auch diesen Krieg erst möglich gemacht hat)? Wie die Hungersnöte vermeiden, wenn die Früchte auf den Feldern vergammeln und bei mehr Flächenrodung wir der wilden Tierwelt zu nahe kommen und uns fiese Viren einfangen? So viele Krisen, die sich leider nicht nur überlagern, sondern zum Teil auch gegenseitig bedingen.. – und was noch viel schwerer wiegt: wir sind darin mehr verstrickt als wir es wahr haben möchten (nicht nur mit den zu tragenden Folgen, sondern bereits in den Ursachen). Ach, liebe Seele. Du hast Recht! Es ist keine Zeit zum Träumen und Füße hoch legen. Wir müssen etwas tun! Jetzt! Gleich!

Sofort! Stopp! Meldet sie sich wieder. Wenn das so einfach wäre…

Ich bin ratlos, meine liebe Seele. Was möchtest du von mir?

Leg deine – und meine Last in Gottes Hand. Er ist es, der uns befreit zum Leben. Der uns Auswege zeigt aus unseren Verstrickungen, die ja nicht erst beim Konsum beginnen, sondern oft bereits im ganz Kleinen im täglichen Umgang mit unserer Umwelt: dem Umgang mit den Ressourcen und unseren Mitmenschen.

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht (Psalm 57, 2).

Ja, wir können all das, was uns beschäftigt, was uns Last ist und wo wir nicht weiter wissen – als Einzelne - in die guten Hände Gottes legen und ja, wir dürfen uns dann auch einmal entspannt zurück lehnen: die freie Zeit und den Sommer genießen. Dabei sollten wir es jedoch nicht belassen, denn Gottes Vergebung ist keine Einbahnstraße. Wer von den eigenen Lasten befreit lebt, trägt Verantwortung für diejenigen und dasjenige was um uns ist. Die Vergebung Gottes aber lässt uns zur Ruhe kommen und uns seine Schöpfung genießen und uns freuen auf vielerlei Begegnungen.

In diesem Sinne wünschen wir allen Leserinnen und Lesern eine segensreiche Sommerzeit.

Ihre und eure Pfarrerin Heike Hiess

Text: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart - Grafik: © GemeindebriefDruckerei

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